Du sagst Nein. Dein Kind weint, wird wütend oder protestiert lautstark. Und obwohl du weißt, warum du Nein gesagt hast, fühlst du dich plötzlich schlecht. Du möchtest dein Kind nicht enttäuschen. Du möchtest, dass es ihm gut geht. Und vielleicht fragst du dich, ob du nicht doch nachgeben solltest.
Doch dass dein Kind weint, bedeutet nicht, dass dein Nein falsch war.
Kinder dürfen enttäuscht sein. Sie dürfen wütend sein, traurig sein und etwas ganz anders wollen als wir. Ihre Gefühle müssen nicht sofort verschwinden, nur weil wir als Eltern eine Entscheidung getroffen haben.
Dein Kind braucht nicht, dass du jeden Frust von ihm fernhältst. Es braucht dich, um mit diesem Frust umgehen zu lernen. Und dafür darfst du gleichzeitig liebevoll und klar bleiben.
Du kannst dein Kind in den Arm nehmen, seine Enttäuschung ernst nehmen und bei deinem Nein bleiben. Du musst seine Gefühle nicht wegmachen. Du darfst sie begleiten.
Liebevolle Grenzen bedeuten nicht, dass dein Kind immer glücklich mit deinen Entscheidungen ist. Sie bedeuten, dass du auch dann in Verbindung mit ihm bleibst, wenn es gerade schwierig wird.
Und vielleicht ist genau das eine der größten Herausforderungen im Mama-Sein: auszuhalten, dass dein Kind unglücklich ist, ohne sofort etwas dagegen tun zu müssen.
Du bist eine gute Mutter, auch wenn du Nein sagst. Auch wenn dein Kind weint. Und auch dann, wenn es dein Nein gerade überhaupt nicht gut findet.