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Wie gehe ich mit meinem schlechten Gewissen um, wenn ich Nein sage, weil ich gerade etwas anderes brauche?

Du möchtest kurz durchatmen, in Ruhe duschen oder einfach einen Moment für dich haben. Dein Kind möchte etwas von dir – und du sagst Nein. Vielleicht weint es, ist enttäuscht oder protestiert. Und schon meldet sich dein schlechtes Gewissen: Bin ich gerade egoistisch? Sollte ich nicht lieber für mein Kind da sein?

Doch du darfst die Bedürfnisse deines Kindes ernst nehmen, ohne deine eigenen immer hintenanzustellen. Du bist nicht nur Mama. Du bist auch ein Mensch, der Pausen braucht, eigene Wünsche hat und manchmal einfach nicht verfügbar sein möchte.

Dein Kind muss nicht immer an erster Stelle stehen, damit es sich geliebt fühlt. Es darf erleben, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben – und dass diese genauso wichtig sind wie die eigenen.

Das bedeutet nicht, dein Kind allein mit seinen Gefühlen zu lassen. Du kannst ihm zeigen, dass du seine Enttäuschung verstehst, und trotzdem bei deinem Nein bleiben. Du musst nicht jedes Weinen verhindern und nicht jede Enttäuschung ausgleichen.

Vielleicht hilft dir, in solchen Momenten innezuhalten und dich zu fragen: Habe ich wirklich etwas falsch gemacht – oder fällt es mir gerade nur schwer, dass mein Kind unzufrieden ist?

Denn manchmal ist das schlechte Gewissen kein Zeichen dafür, dass du falsch handelst. Vielleicht zeigt es dir vielmehr, wie ungewohnt es noch ist, deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen.

Du darfst liebevoll Nein sagen, ohne dich dafür rechtfertigen zu müssen. Dein Kind darf enttäuscht sein. Und du darfst trotzdem gut für dich sorgen.

Du bist eine gute Mutter – auch dann, wenn du gerade etwas anderes brauchst.

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